SPORTTREFF KAROWER DACHSE E.V.

Der außergewöhnliche Sportverein im Norden Berlins

SPORTTREFF KAROWER DACHSE E.V.

Der außergewöhnliche Sportverein im Norden Berlins

Sporttreff Karower Dachse

Hat Kurt es gesehen?

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Seit Sonntag sind die Special Olympics Nationalen Spiele 2022 in Berlin eröffnet. Und mittendrin bei der bunten, vielfältigen Eröffnungsfeier war der Sporttreff Karower Dachse. Wochenlang hatten sich die Tanzgruppen von Emilie-Ellen König auf den 19. Juni vorbereitet. Und es sollte ein Tag werden, den keiner jemals vergessen wird.

Vor etwa fünf Wochen kam ein verzweifelter Anruf vom Organisationsteam der Eröffnungsfeier der Special Olympics 2022. Kurzfristig wurde Ersatz für eine Tanzgruppe gesucht. „Ich sage eigentlich immer erstmal Ja und sehe dann, was dahintersteckt. Schließlich wächst man mit seinen Aufgaben“, erinnert sich Emilie. So war es besiegelt: Die Karower Dachse sind bei der Eröffnungsfeier dabei und zwar nicht nur als Statisten. Und da die Dachse als inklusiver Verein aufgestellt sind, schlüpfte die 13-jährige Tordies – ein tanzbegeistertes Kind mit Handicap – in die Hauptrolle.

Beste Stimmung trotz zwei anstrengender Probetagen bei den Dachsen.
Auf der Suche nach dem letzten Schatten im Stadion An der alten Försterei.

Doch bevor es so weit war, hatten die Kids bereits zwei anstrengende und heiße Tage hinter sich. „Am Freitag und Samstag gab es Probetage. Wir waren von morgens bis abends im Stadion, haben uns mit der Umgebung und dem Material vertraut gemacht. Aber wir mussten auch viel warten, was für Kinder immer anstrengend ist – erst recht bei 35 Grad ohne Schatten“, beschreibt Emilie die Vorbereitungen. Mit Kurt – einem Volunteer von Special Olympics – hatten die Karower Dachse einen treuen Begleiter die ganzen Tage an ihrer Seite. Und Kurt sorgte sich nicht nur um das leibliche Wohl sondern war auch ständiger Gesprächspartner der Mädchen. „Ich glaube Kurt hat nach dem Wochenende einige Löcher im Bauch bei den vielen Fragen, die unsere Kinder hatten“, sagt Emilie lächelnd. 

Sprühflasche & Eis-Abkühlung

Am Sonntag war nach den Power-Proben der große Tag gekommen. Auch die BVG – die einen Ersatzverkehr bei der S-Bahnlinie 2 einrichtete – konnte Emilie und ihre Tanzgruppen nicht stoppen. Als erste Station stand die Eröffnung des Bühnenprogramms der Special Olympics 2022 am Alexanderplatz an. Sieben Gruppen der Karower Dachse wirkten hier mit. „Es war eine super Stimmung, aber auch super heiß auf der Bühne ohne jeglichen Schatten“, erinnert sich Emilie, die in diesen Tagen immer mit einer Wasser-Sprühflasche „bewaffnet“ war und damit ihre Kids regelmäßig runterkühlte. Nach den Auftritten am Alexanderplatz, die eine halbe Stunde dauerten, sorgte zudem eine Eis-Pause für zusätzliche Erfrischung. Für einen Teil der Kinder ging es dann nach Hause – der Rest machte sich auf den Weg zur Alten Försterei in Berlin-Köpenick.

Ungewöhnlich große Luftballons mussten die Dachs-Kinder ins Stadion tragen.
Gutgelaunt in Rosa-Camouflage: Die Kinder und Eltern der Karower Dachse im Stadion.
 

Etwas Glitzer und los geht’s…

Im Bundesliga-Stadion des 1. FC Union Berlin stieg dann von Minute zu Minute und mit jedem Zuschauer, der zusätzlich in die Arena strömte die Aufregung. Insgesamt 4.000 Sportler und mehrere Tausend Zuschauer waren am Ende dabei. „Unsere Sporthelferin Walof meinte, dass das Stadion irgendwie kleiner aussah als in ihrer Vorstellung. Als dann aber die vielen Leute da waren, wirkte es schon heftig“, beschreibt die Dachse-Trainerin. Nachdem sich die Tänzerinnen im Schatten etwas erholen konnten und Teile des Programms und die Live-Band Mia genossen, machten sie sich für ihren großen Auftritt fertig. Noch schnell etwas Glitzer ins Gesicht und gegen 21:15 Uhr war es dann so weit. Insgesamt wirkten 23 Dachse-Mitglieder mit. 16 Kinder hatten die Aufgabe als Balltänzer große weiße und rosarote Luftballons ins Stadion zu bringen, die dann als Spielball für das Publikum übergeben wurden. Zudem gab es zweimal drei weitere Luftballonträger, die kurzfristig noch umgeschult wurden nachdem ihr Luftballon in Form eines acht Meter großen Fernsehturms aufgrund von Löchern nicht mehr nutzbar war.

Und nachdem die Beitänzer und Luftballonträgerinnen ihren Teil zur Eröffnungsfeier beigetragen hatten, kam der große Moment von Tordies. „Wir konnten das nicht oft üben, aber sie hat es fantastisch gemacht. Ich hatte mich vorne platziert und sie kam mit den Luftballons auf mich zugelaufen. Sie hatte dann komplett ihren Moment. Es freut mich total, dass ihr diese Möglichkeit gegeben wurde. Es war magisch“, beschreibt Emilie die Sekunden als Tordies die Luftballons in den Berliner Abendhimmel steigen ließ. Und die Hauptprotagonisten selber sagte nach ihrem Auftritt: „Hat Kurt es gesehen?“ Und ja nicht nur der Helfer-Schatten der letzten Tage sondern Tausende von Menschen haben es gesehen. Menschen mit oder ohne Handicap, Menschen jeglicher Hautfarbe, Menschen jeglicher Nationalität – Menschen wie ich, du und Tordies.

Wochenlange Arbeit für vier Minuten

„Es war ein Anruf vor fünf Wochen und dann war nach vier Minuten alles vorbei. Es war eine der intensivsten Zeiten, die wir wohl hatten. Von der Auftrittsfläche mit dem Stadion An der alten Försterei war es wohl die größte Bühne, die wir je hatten. Aber es hat sich gelohnt. Wir sind alle happy und stolz. Die Kinder haben das super gemacht. Einige hatten am Montag dann eine Schulbefreiung, andere wollten unbedingt ihren Freunden in der Schule vom Erlebten erzählen. Es ist immer eine ganz besondere Stimmung bei den Special Olympics – absolut positiv und alle sind geil drauf. Zudem ist es herzlich. Es war eine bunte Parade von ganz vielen unterschiedlichen Menschen“, gerät Emilie auch zwei Tage nach der Eröffnungsfeier noch ins Schwärmen. Und die Dachse-Trainerin sagt gleich: „Wenn sich die Gelegenheit nochmal ergibt, sind wir wieder dabei!“ Und Tordies sicherlich auch – wenn Kurt kommt!

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